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Baby
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Toxoplasmose in der Schwangerschaft









Erkrankung und Verlauf

Die Toxoplasmose ist eine häufige Infektionserkrankung, die durch einen kleinen Parasiten (Toxoplasma gondii) ausgelöst wird. Hauptwirt diesesParasiten ist die Katze, andere Tiere können wie der Mensch Zwischenwirt sein. Infizierte Katzen scheiden Eier des Erregers mit dem Kot aus. Diese Eier sind sehr resistent gegen Umwelteinflüsse und werden als Staub weiter verbreitet. Die Infektion des Menschen erfolgt durch Aufnahme der Eier bei Tierkontakt oder auch bei der Gartenarbeit (z.B.Katzenkot). Auch der Genuss von rohem Fleisch (z.B.Hackfleisch,Mett) kann zu einer Infektion führen. Nach einer durchgemachten Infektion. besteht eine lebenslange Immunität.

Die Toxoplasmose ist im Allgemeinen eine harmlose Erkrankung bei Nichtschwangeren. Es treten keine oder uncharakteristische Symptome,wie Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen und Gelenkbeschwerden auf. Die Erkrankung heilt ohne weitere Folgen aus.


Diagnosemöglichkeit

Ziel ist es, ein mögliches Risiko oder die Erstinfektion in der Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen. Die Untersuchung erfolgt über eine Antikörperbestimmung im Blut. Damit kann eine Aussage darüber gemacht werden, ob Sie bereits schützende Antikörper besitzen und somit Immunität vorliegt. Sollten Sie keine Antikörper besitzen, wird die Untersuchung alle 8-12 Wochen während der Schwangerschaft wiederholt.


Wann ist eine Untersuchung zu empfehlen?

In Deutschland besitzen fast 70% der Frauen im gebärfähigen Alter keine Antikörper gegen Toxoplasma gondii und haben somit keinen Schutz vor einer Erstinfektion während der Schwangerschaft. Daher wird diese Untersuchung allen schwangeren Frauen bei unbekanntem Immunstatus oder fehlender Immunität empfohlen.


Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Eine Erstinfektion von Toxoplasmose in der Schwangerschaft ist eine ernstzunehmende Erkrankung, da eine Übertragung auf das ungeborene Kind möglich ist. Eine Infektion zu Beginn der Schwangerschaft führt in aller Regel zur Fehlgeburt. Eine Infektion zu einem späteren Zeitpunkt kann zu einer schweren Schädigung des Kindes führen (Schädigung des Hirns und Nervensystems so wie der Augen). Erfolgt die Infektion kurz vor dem Geburtstermin, wird das Kind scheinbar gesund geboren, kann aber über die Jahre die oben aufgeführten Schädigungen entwickeln. Ist jedoch eine frühere Infektion bereits vor der Schwangerschaft nachgewiesen worden, so besteht bei dieser und bei jeder weiteren Schwangerschaft ein Immunschutz des Kindes durch die Mutter.


Therapie einer Toxoplasmose

Sollte sich aus der Untersuchung ergeben, dass eine frische Infektion vorliegt, steht heutzutage eine wirkungsvolle antibiotische Therapie zur Verfügung.


Empfehlung zur Vorbeugung einer Erkrankung

Wenn bei Ihnen kein Immunschutz besteht, sollten Sie unbedingt folgende Vorsichtsmaßnahmen einhalten:

  • essen Sie nur gut gekochte oder durch gebratene Fleisch- und Wurstwaren.
  • verzichten Sie auf den Verzehr von rohem und unvollständig gegartem Fleisch.
    Auch ein Tiefgefrieren bei -20°C über mindestens 3 Tage überstehen die Erreger nicht.
  • waschen Sie Gemüse, Obst und Salat sehr gründlich vor dem Verzehr.
  • waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife - besonders nach dem Umgang mit rohem Fleisch, nach Garten- und Erdarbeiten sowie vor jeder Mahlzeit.

Sollten sie schwanger sein und eine Katze besitzen oder halten

  • verwenden Sie Dosen- oder Trockenfutter.
  • halten Sie Ihre Katze nur in der Wohnung.
  • lassen Sie die Katzentoilette von einer anderen Person täglich mit heißem Wasser reinigen.


Was zahlt meine gesetzliche Krankenversicherung?

Die Bestimmung der Antikörper (AK) gegen Toxoplasma gondii im Blut als Vorsorge ist derzeit leider noch keine Kassenleistung. Sie wird nur bei begründetem Verdacht auf eine frische Infektion bezahlt. Eine Erweiterung der Mutterschaftsrichtlinien dahingehend wird derzeit aber angestrebt.
Wir bieten Ihnen diese Untersuchung in unserer Praxis als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an:

  • vor der Schwangerschaft IgG-Antikörper
  • in der Schwangerschaft IgG- und ggf. IgM-Antikörper
  • bei fehlenden Antikörpern Kontrolluntersuchungen im Abstand von jeweils 8-10 Wochen während der Schwangerschaft


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