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Baby
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Cytomegalievirus (CMV) - Infektion in der Schwangerschaft








Erkrankung und Verlauf

Bei der Cytomegalie handelt sich um eine durch das Cytomegalievirus (CMV) verursachte Erkrankung des Menschen. Das Cytomegalievirus gehört in die Familie der Herpesviren und persistiert im Menschen nach Infektion lebenslang. Die Durchseuchung in der Bevölkerung ist bis zur Pubertät auf relativ gleichbleibendem Niveau, um dann mit Aufnahme sexueller Kontakte bis auf etwa 70% im Erwachsenenalter anzusteigen. Die Infektion erfolgt durch Speichel, Blut, Tränen- und Samenflüssigkeit sowie Zervixsekret. Das Virus ist auf Speichel- oder Urin-kontaminierten Gegenständen bis zu 48 Stunden infektiös.

Die Erstinfektion verläuft im Allgemeinen harmlos, meist unbemerkt, ohne oder nur mit geringen Krankheitssymptomen. Es kann aber auch zu Fieber und grippeähnlichen Symptomen kommen. Gelegentlich treten erhöhte Leberwerte auf.


Diagnosemöglichkeit

Ziel ist es, ein mögliches Risiko oder die Erstinfektion in der Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen. Die Untersuchung erfolgt über eine Antikörperbestimmung im Blut. Damit kann eine Aussage darüber gemacht werden, ob Sie bereits schützende Antikörper besitzen und somit Immunität vorliegt. Sollten Sie keine Antikörper besitzen, wird die Untersuchung alle 8-10 Wochen während der Schwangerschaft wiederholt.


Wann ist eine Untersuchung zu empfehlen?

Etwa die Hälfte aller Schwangeren hat keine Antikörper gegen Cytomegalie-Viren. Ungefähr ein Prozent davon stecken sich kurz vor oder während der Schwangerschaft erstmalig an. Daher wird diese Untersuchung allen schwangeren Frauen bei unbekannten Immunstatus oder fehlender Immunität empfohlen.


Cytomegalie-Infektion in der Schwangerschaft

Eine Erstinfektion mit Cytomegalieviren in der Schwangerschaft ist eine ernst zu nehmende Infektion, da mit einer Übertragung der Erkrankung auf das ungeborene Kind in 40 % der Fälle zu rechnen ist. 90 % der infizierten Kinder sind bei der Geburt symptomlos, können jedoch später Folgeschäden entwickeln, z.B. in Form von Hörschäden. 5% zeigen uncharakteristische Zeichen, wie geringes Geburtsgewicht oder Neugeborenen-ikterus („Gelbsucht“). Bei 5% treten schwere Störungen wie Leber- und Milzvergrößerung, Gerinnungsstörungen, Mikrocephalus (zu kleiner Kopf) und im späteren Leben geistige (Lern-störungen) und körperliche Behinderungen (Hörschäden, Zahndefekte) auf.


Therapie einer CMV-Infektion

Eine wirksame Therapie oder ein Impfstoff stehen noch nicht zur Verfügung. Die frühzeitige Behandlung mit CMV-Immunglobulinen kann bei akuter CMV-Primärinfektion erwogen werden: durch passive Immunisierung der Mutter mit Antikörpern wird die Häufigkeit der Schädigungen des Kindes deutlich verringert.


Empfehlung zur Vorbeugung einer Erkrankung

Schwangere können durch einfache Hygienemaßnahmen das Risiko einer Infektion verringern.

Sorgfältiges Händewaschen mit Seife nach jeder Art von Kontakt mit Körperausscheidungen von Kleinkindern (z.B. Windelwechseln, Abwischen von laufenden Nasen, Tränen, Speichel). Auch sollten Sie Kleinkinder nicht direkt auf den Mund küssen, deren Essensreste nicht verzehren oder gemeinsame Ess- und Trinkgefäße benutzen. Das gilt auch für Handtücher, Waschlappen, Zahnbürste und ähnliche Gegenstände.


Was zahlt meine gesetzliche Krankenversicherung?

Die Bestimmung der Antikörper (AK) gegen CMV im Blut als Vorsorge ist derzeit leider noch keine Kassenleistung und wird nur bei begründetem Verdacht auf eine frische Infektion bezahlt. Bei beruflichem Risiko (Kinderbetreuung, Schule, etc.) kommt auch eine Kostenübernahme durch den Arbeitgeber in Betracht.

Wir bieten Ihnen diese Untersuchung in unserer Praxis als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an:

  • vor der Schwangerschaft IgG-Antikörper
  • in der Schwangerschaft IgG- und ggf. IgM-Antikörper
bei fehlenden Antikörpern empfohlene Maßnahmen:
  • Hygienemaßnahmen: siehe Kasten „Empfehlungen zur Vorbeugung“
  • Antikörperkontrollen alle 8-10 Wochen


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